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Presse Archiv
23.04.2013 | Stuttgarter Zeitung/Norbert J. Leven
Stuttgart 21 in Leinfelden-Echterdingen: Ein Fünkchen Hoffnung bleibt
Nicole Razavi, Peter Hauk, Thaddäus Kunzmann und OB Roland Klenk halten den Filderbahnhof plus für die bessere Variante.
Leinfelden-Echterdingen - "Ich bin froh, dass es noch ein Fünkchen Hoffnung für den Filderbahnhof plus gibt“, sagt der Hausherr. Oberbürgermeister Roland Klenk befindet sich am Montagnachmittag damit auf einer Wellenlänge mit vielen Gästen im Sitzungssaal des Rathauses von Leinfelden. Die Fraktionsspitze der CDU-Landtagsfraktion und der Regionalpräsident Thomas Bopp haben sich dort eingefunden, um noch einmal ein Plädoyer für einen besseren Filderbahnhof am Airport zu halten.

 Die Chancen für eine Realisierung stehen seit der vergangenen Woche allerdings schlecht. Weil das Land sich an den Mehrkosten für diese Bahnhofsvariante nicht beteiligen will, wird die Bahn als Vorhabenträger nun mit der sogenannten Antragstrasse in das Baugenehmigungsverfahren gehen. Diese Pläne sehen eine Doppelnutzung der bestehenden S-Bahn-Station am Flughafen vor. Ein Gleis steht künftig nur noch dem Fern- und Regionalverkehr zur Verfügung. Über das zweite muss der S-Bahn-Betrieb im Begegnungsverkehr abgewickelt werden. „Das birgt die Gefahr, dass sich Nah- und Fernverkehr in die Quere kommen“, begründet Klenk, warum er eine Entzerrung über den Filderbahnhof plus begrüßt hätte.

Hauk: Grüne Parteitaktik
Der Ärger über das Nein der Regierung ist bei der größten Oppositionspartei im Landtag noch nicht verraucht. CDU-Fraktionschef Peter Hauk bezeichnet die Entscheidung als „Schlag ins Gesicht all derer, die sich im Filderdialog für eine Verbesserung der Situation am Flughafen ausgesprochen haben“. Er unterstellt den Grünen „niedere parteitaktische Erwägungen“ in dieser Sache, weil die Bundespartei Stuttgart 21 bereits zum Wahlkampfthema gemacht habe.

 Nach Meinung des Regionalpräsidenten Thomas Bopp soll eine alternative, autobahnnahe Trasse für die Bahn in der Regionalplanung frei gehalten werden, obwohl sich die Landesregierung mit ihrer Entscheidung „nun den Antragsbahnhof zu eigen gemacht hat“. Für diesen mahnt Bopp nun beim Verkehrsminister die Projektförderpflicht an. Das deckt sich mit der Ansicht des Bahnbevollmächtigten Eckart Fricke: „Wir haben nun keine andere Möglichkeit mehr, als damit ins Verfahren zu gehen.“

„Verschlechterung für L.-E.“
„Darauf warten wir bereits seit 16 Jahren“, sagt die Vorsitzende der Initiative Lebenswertes LE, Claudia Moosmann. Sie betont, die Planung sei wegen des geplanten Mischverkehrs durchs Stadtgebiet „eine Verschlechterung für L.-E.“. Die Initiative befürchte eine Ausdünnung des S-Bahn-Takts. Das kritische Urteil des Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Filder über den Filderbahnhof plus missfällt den Landtagsabgeordneten unüberhörbar. „Hochgejubelt, mit mehr Landverbrauch verbunden und verkehrlich nicht betreibbar“ nennt Steffen Siegel diese Variante.

 „Die Folgen dieser Entscheidung werden vor allem die Pendler in den nächsten 50 bis 70 Jahren zu spüren bekommen“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Thaddäus Kunzmann. Hauk will „politisch an der besseren Variante festhalten – solange es geht“. Dafür bräuchte die CDU jedoch Verbündete über die Opposition hinaus.

Eindringlicher Appell
Etwa bei der SPD? Unter anderem an den roten Teil der Landesregierung gerichtet ist ein eindringlicher Appell des Filderstädter SPD-Stadt- und Kreisrats Walter Bauer. „Ich möchte alle dazu auffordern, ihren konstruktiven Beitrag zur Lösung beizusteuern. Das Finanzierungsproblem ist nämlich lösbar, wenn man nur endlich die bereits auf dem Tisch liegenden Lösungen beschließt! Wollen wir es wirklich hinnehmen, dass eine nachweislich unzulängliche Variante gebaut wird?“, heißt es in seinem Schreiben. Die eigentlich projektfreundliche SPD müsste sich doch noch bewegen – „sonst ist’s endgültig vorbei“, sagt Kunzmann.
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